26 05/10
15:27

Wenn einem Goblin langweilig ist…

So ein Stall voller Hennen ist beschaulich.

Es wird gegackert, gescharrt und gepickt. Ehrwürdig durchschreitet der Gockel das Gehege. Ein Goblin beobachtete das und fand es langweilig. Zu geruhsam, zu gemütlich und überhaupt zu unspektakulär.

Kreativ, wie Goblins nunmal sind, erzählte er einer Henne, die da gerade des Weges kam, dass des Nachts der Fuchs vorbei kommen würde um eine ihrer Mithennen zu holen.

Die Henne denkt sich nichts weiter dabei. In ihrem Gehege ist sie sicher. Da kommt keiner rein, und halt auch keiner raus. Das weiß die Henne mit Sicherheit. Der lustige Goblin wird zum Gespräch unter den Hennen und jeder amüsiert sich. Der Goblin bemerkt: Es tut sich schon was… es ist nicht mehr ganz so still.

Nächsten Tag erzählt er einer anderen Henne, er habe eben einen Bussard gesehen, der würde sicher kommen, um eine ihrer Mithennen zu holen. Die Henne weiß, in ihrem Stall ist sie sicher. Der Hahn würde sie sicher warnen, wenn da ein Bussard daher käme. Der lustige Goblin wird zum Gesprächer unter den Hennen und jeder amüsiert sich. Dem Hahn gefällt die vermerte Aufmerksamkeit seiner Hennen - stolz stolziert er durch den Stall. Immer wieder wirft er einen abschätzenden Blick in den Himmel. Der Goblin bemerkt: Es hat sich wieder etwas getan. Auch beim stolzen Hahn.

Nächsten Tag erzählt er dem Hahn, dass eine der Hennen im Nachbarsstall die Vogelgrippe habe. Es könnte leicht sein, dass der Wind den Virus hier her wehe. Da wird der Hahn böse und peckt den Goblin in die Hand: Der Hahn weiß, der nächste Stall ist viel zu weit weg. Niemals könne der Wind etwas hier her wehen. Der Goblin ist dumm. Die Hennen und der Hahn amüsieren sich köstlich. Trotzdem gehen sie lieber nach drinnen um dort weiter zu gackern. Und der Goblin bemerkt: Es hat sich schon mehr getan.

Am nächsten Tag ist wieder alles wie gewohnt. Die Sonne scheint, der Hahn stolziert, die Hennen scharren. Der Goblin ruft den Hahn zu sich. Mit besorgtem Gesicht teilt er ihm mit, dass alle Hennen im Nachbarhof geschlachtet werden mussten. Die Menschen haben von der Vogelgrippe Angst bekommen und treffen nun eine Vorsichtsmaßnahme, bei der alles Geflügel getötet und verbrannt wird. Der Hahn schaut entsetzt. So früh will er nicht sterben und das was der Goblin sagt, muss doch stimmen - er kann ja schließlich zum Nachbarshof gehen und nachsehen. Und warum sollte er lügen?

Panisch wirbelt der Hahn herum und versucht seine Hennen in Sicherheit zu bringen. Doch wohlin? In den Stall? Ins Gehege? Auf die Nester? Überall könnte der Mensch hinkommen! Sie finden!! Sie umbringen!!!

Der Goblin bemerkt: Jetzt geht es rund! Gemütlich setzt er sich vor den Stall und beobachtet das hektische Treiben!

10 03/10
22:47

Vom schwarzen Schaf

Schon seit jeher wird dort, wo informiert wird, auch desinformiert. In unserem Informationszeitalter nimmt das meiner Meinung nach interessante Formen an. Das “meiner Meinung nach”, verwende ich an dieser Stelle nicht ohne Grund.

Das schwarze Schaf ist kein Sündenbock. Es ist eher ein Leithammel, der wie ein Fisch gegen des Strom schwimmt. Wer sich jetzt fragend am Kopf kratzt befindet sich dort, wo ich behaupte, dass der Hase im Pfeffer liegt. Information und Desinformation prallen aufeinander.

Sehen wir uns ein beängstigendes Beispiel näher an. Dass unsere Polkappen abschmelzen und Eisberge von unübersehbaren Ausmaßen durch die Meere treiben, ist eine Tatsache. Aber auch, dass wir uns am Ende einer Eiszeit befinden. Dass dies als Argument verwendet wird um von Klima-Erwärmungs-Schwindel zu sprechen, finde ich beachtenswert. Niemand wird bestreiten, dass es klug ist Ressourcen sparsam zu verwenden (ausgenommen davon, ist die Verwendung zur Gewinnmaximierung). Ressourcen - schonen ist Klimaschutz.

Verzicht ist somit auch Klimaschutz - aber Verzicht ist unbequem. Außerdem schmälert es Umsätze. Das alles sind einfach nachvollziehbare Tatsachen. Verzicht geschieht freiwillig, Menschen sind ja - wenn nicht auf Gewinnmaximierung bedacht - einsichtig. Spannend wird es dann, wenn versucht wird, durch politische Maßnahmen Verzicht zu erzwingen. Als Beispiele seien besonders Pendler erwähnt, die mit dem Auto zur Arbeit fahren müssen, weil öffentliche Verkehrsmittel für die Gewinnmaximierung eingespart wurden. Die müssen CO² Pickerl kaufen, und besonders viel Mineralölsteuer zahlen. Die verstehen keinen Spaß, wenn es um Verzicht geht. Erst recht dann, wenn sie sehen, wie ihr Arbeitgeber - ein Industriebetrieb - Tonnen von CO² in die Luft bläst und genervt mit Abwanderung in den billigen Osten droht, wenn er von der Politik gezwungen wird, in teure Technik investieren um Klimaschutz-Grenzwerte einzuhalten.

Dass an dieser Stelle der Volksnerv behauptet, es gäbe keinen Klimawandel ist somit erklärbar. Dennoch bleiben brennende Regenwälder, verseuchte Flüsse, Wetterkapriolen und verzweifelte Eisbären eine Tatsache. Unterstützt wird die Klimalüge von Wissenschaftlern, die sich - man darf es ihnen eigentlich nicht übel nehmen - mit gezinkten Werten versuchen Gehör zu finden. Es gibt genug andere Wissenschaftler, die gemäßigt korrekte Zahlen liefern. Stutzig werde ich dann, wenn genau vorm Klimagipfel in Kopenhagen Hacker angeblich einen Emailverkehr finden, der besagt, dass alle Werte gelogen seien.

Die Geschichte erinnert mich stark an die Präsentation eines überteuerten, aber schicken Elektrogerätes, das von seinem Erfinder selbst präsentiert wurde. Hunderte von Bloggern waren vor der Prämiere schwer damit beschäftigt, in der Gerüchteküche zu kochen. Selbst in den “alten Medien” wurden diese Vorgänge kommentiert. Seit dem gilt der Erfinder des “Apfels” als ein Meister der Informationskunst. Oder soll ich sagen… Desinformationskunst? Denn eigentlich hätte der Erfinder ohne weiteres ganz etwas anderes Präsentieren können, und somit das gesamte WWW gegen die Wand fahren lassen können.

Aber Nein, könnte er nicht! Denn eines hat die Präsentation des Elektrogerätes mit dem Klimawandel gemeinsam: Die schwarzen Schafe.

Die schwarzen Schafe des Großkonzerns, dessen Erfinder seine Errungenschaften selbst präsentiert sind es, welche die Kunde in die große weite Welt tragen. So ein paar Schafe zu füttern ist scheinbar weit günstiger als große Werbekampagnen die in bunten Wirrwarr des Informationszeitalters unter gehen. Mittlerweile bieten sogar schon Kaffeegetränkehersteller einen Button an, der seinen Werbeinhalt mit Facebook teilt. Beim Begriff Social-Network-Marketing wird mir bereits übel. Jaja, Dinge, die unseren Alltag versüßen, sind nun auch Bestandteil unseres virtuellen Netzwerkes geworden. Nun weiß meine Buddy nicht nur, wann mir langweilig ist, sondern auch, welches Duschgel ich dabei benutze… man könnte darüber diskutieren, ob es nicht reichen würde, dass der Duschgelhersteller einfach mein Surfverhalten und mein Haushaltseinkommen kennt. Aber Werbung hat schon immer genervt… warum sollte sie damit aufhören.

Was hat das nun alles mit schwarzen Schafen und dem Klimawandel zu tun? Nein, erst zurück zu Facebook und anderen sozialen Netzwerken, die unsere Zeit stehlen. Warum Marketing-Manager sich auf diese Netzwerke stürzen, hat einen Grund: Sie funktionieren! Und sie sind ehrlich. Doch nun kommt der räbische Zynikus: Sie sind ehrlich, solange es keine schwarzen Schafe gibt, die gezielt in eine Richtung zu steuern versuchen. Sie funktionieren, bis sämtliche Arbeitgeber den Zugang für ihre Mitarbeiter zu sämtlichen sozialen Netzwerke sperren.

Desinformation, bzw. die Kontrolle über Informationsflüsse wird immer wichtiger. So gibt es Gerüchte, die behaupten, Facebook gehöre der CIA. Warum wird das behauptet? Oder: Warum kursieren immer wieder Erfolgsstorys von Gruppierungen innerhalb sozialer Netzwerke in den “alten Medien”? Warum hört man immer wieder von Produkten, die nicht in Serie gingen, weil sie im Web 2.0 zerrissen wurden?

Fakt ist: Je stärker versucht wird, diese Netzwerke zu steuern, desto wichtiger wird es, das Schaf genau zu betrachten, das diesen Mist von sich gibt. In den sozialen Netzwerken wird man recht schnell feststellen, dass ein Schaf selten alleine “blökt”, und wie es unter Wiederkäuern oft so ist, oft auch den selben Mist. Aber, das ist unbequem. Und sich alleine das saftigste Gras zu suchen, ist oft mühsam. Und das wissen die Herren in den Chefetagen. Die mach(t)en die Menschen doch zu Schafen (siehe “Gefängnisplanet Erde”). Und die wissen auch, dass Schafe immer wissen, wo es das beste Gras für sie gibt.

Also folgere ich mal: Wenn wir unseren Planet retten wollen, verhaltet Euch nicht wie Schafe.

Wobei, ich mag Schafe

13 02/10
20:57

Gedanken zum Gefängnisplanet Erde Teil 2

Im Zusammenhang mit der Theorie, der Planet Erde sei ein Gefängnisplanet, hört man auch immer wieder von sich auflösenden Strukturen. Dinge, die unumstößliche imperiale Gebilde sind, sollen zerbröckeln und sich auflösen - so besagt es diese Theorie. Na gut: Imperien zerbrechen. Das tat das römische Reich, Donaumonarchie, und das kommunistische Russland. Meiner Meinung nach nichts ungewöhnliches. Der Weg des Werdens und Vergehen. Aber was, wenn das schon Teil eines Prozesses war? Dieses “Auflösungsprozesses”? Schauen wir uns als weiteres Beispiel allerlei Staatsunternehmen an: Sie wurden in Teilbereiche zersplittert und “privatisiert”. Na gut, auch das könnte man einem natürlichen Prozess zuschreiben: Lobbiisten und ihre Hatz auf den Staat - der ja ach so ungerecht ist. Dazu gibt es übrigens eine eigene Verschwörungstheorie. Ein weiteres Beispiel wäre der “moralische Verfall” hier in Zentraleuropa. Das ist auch irgendwie interessant: Sehr viele Jugend(sub)kulturen und verschiedene Künstler haben versucht an den moralischen Grenzen zu rütteln und althergebrachte Tabus zu brechen. Ist das nicht auch ein “Auflösungsprozess?”. Herrscher, die es nicht mehr auf einem Thron sitzen, Institutionen, die nicht mehr greifbar sind, Werte, die keiner mehr Respektiert… ist das die Befreiung aus unserem “Gefängnis”?

Ich tue mir schwer vorzustellen, das Werte wie ein Handschlag keine Bedeutung mehr haben. Auch tue ich mir schwer vorzustellen, dass die Kinder von heute sich kein Geld für ihren Lebensabend zur Seite legen können. Dann mal jemand daherkommt und die Besitzurkunde meines Grundstücks zerreißt.

Ist das wirklich der “Auflösungsprozess”, oder jene Verschwörungstheorie die den Wirtschaftsbossen unterstellt, die Staaten der Welt zu vernichten um grenzenlose Geschäfte zu machen?

Gut, angeblich liegt das System “Geld” in den letzten Atemzügen - ja, auch das Geld soll sich angeblich auflösen. Vielleicht scheitern die Wirtschaftsbosse und alles, was sie nun tun ist ihr letztes großes Aufbäumen vor dem Tod. Wollen wir es hoffen! Denn Eines der meiner Meinung nach unnötigsten Systeme des Planten das Geldsystem.

Vielleicht ist es eine Einstellungssache, was einem Angst vor dem “Auflösen” macht. Ich könnte ohne Geld leben, aber ohne meine Kartoffelacker nicht. Vielleicht kann der Wirtschaftsboss ohne Kartoffelacker leben, aber nicht ohne sein Geld. Und vielleicht kann die Großmutter ohne Monarchen, aber nicht ohne ihren “Konsum”-Markt leben.

Ich glaube, wir alle hätten etwas zu verlieren und das mag uns Angst machen. Sicherheit ist ebenso ein elementares Gefühl wie Angst. Aber so lange es keine Hoffnung gibt, wird die Angst obsiegen. Die Frage ist nur auf was man Hoffen soll, wenn wir uns doch so sicher fühlen, mit all unserem Systemen und Gewohnheiten. Aber vielleicht löst sich diese Frage genauso auf, wie die Frage, was ich nach dem “Aufstieg” für meine Kartoffel erhalten werde…

17 01/10
13:16

Sicherheit

Nicht, dass ich einmal in meinem Leben der Versuchung erlegen wäre, eine Garantie für Dinge in meinem Leben zu verlangen. Aber neulich wäre ich ihr fast erlegen. Meinte doch glatt meine Schwiegermutter, wann es denn soweit wäre… so mit Kinderkriegen und so. Nicht dass ich dem Gedanken abgeneigt wäre. Aber ich musste unweigerlich daran denken, wo ich mich in 20 Jahren sehen würde. Und da kam mir meine gleichaltrige Freundin in den Sinn. Im Gegensatz zu mir hat sie bereits drei Jobs angenommen, um sich über Wasser zu halten. Akademischen Abschluss, vier Monate arbeitslos, keine Unterstützung von zu Hause, weil mit 17 ausgerissen (im Vergleich dazu geht es mir so gesehen echt gut). Sie arbeitete als erstes in einem Kino im Service, dann bei Billa, jetzt neuerdings bei McDonalds - denn dem Billa wurde sie altersbedingt zu teuer. Was sagt einem da der Hausverstand? Naja… ich denke über Garantien im Leben nach, lese Zeitungsberichte, die besagen, dass die Geburtenrate sinkt und schreibe diesen Blogartikel.

Nur mal angedacht: Was würde meine Freundin tun, wenn sie Kinder haben wollte und eine Garantie darauf hätte, in den nächsten 20 Jahren den Job nicht zu verlieren?

…und ich bin einfach nur egoistisch - ganz die andere Kehrseite der Medaille.

Wobei… war da nicht was.

Nein, keine Sorge

25 10/09
12:51

2012

…soll angeblich die Erde einen Dimensionssprung machen.

…soll angeblich ein “Polsprung” passieren, wo Nord- uns Südpol nicht mehr die Selben sind.

…soll angeblich die Menschen auf dem Planet “aufsteigen”.

…schräääkliche Dinge passieren, die dann wieder gut für uns sind.

Wer glaubt das noch? Bzw. wer glaubt, dass es “gut” für uns sein wird? Wer denkt, dass sich die Menschen in zwei Jahren dermaßen entwickeln, dass Friede und Freude herrschen werden? Oder: Wer hofft auf das Chaos, indem alle Wirtschaftssysteme zusammenbrechen und die Menschen im Chaos leben. Wer seht das herbei?

Ich glaube: Das jahr 2012 bringt gar nichts. Außer vielleicht ein paar feuchte Aug derjenigen, die darüber enttäuscht sein werden. Wer wie ich täglich vor sich hin sagt: “so kanns ned weitergehen”… der mag vielleicht in die Versuchung kommen, in die Zeit eine Veränderung der Welt hinein zu interpretieren. Wer hat nicht schon bemerkt, dass die Zeit viel schneller vergeht und es immer schwieriger wird, sich davon zu entziehen? Aber ist das 2012?

Was mich persönlich traurig macht ist:

Die Wirtschaftskriese 2008 /2009 hat nichts an der Haltung der handelnden Personen geändert.

Die Warnungen der Klimaforscher wurden zugunsten der oben genannten Kriese in den Sack gesteckt.

…dass es nach den jüngsten Erdbeben und Tsunamies noch immer Leute gibt, die glauben die Welt sei nicht längst vom Chaos bedroht.

mfg

Hadische

30 06/09
11:42

Gedanken zum Gefängnisplanet Erde 1

Mareike war den ganzen Tag umher gezogen. Dann nahm sie im Garten eines Stadtcafes platz und wartete nervös auf den Kellner. Sie mochte es nicht, wenn sie alleine sitzend irgendwo warten musste – schließlich war sie die Einzige hier, die alleine an einem Tisch saß. Nach gut zehn Minuten hatte sie der Kellner noch immer nicht bemerkt. Und das, obwohl er brav wie eine Biene einen Tisch nach dem Anderen abarbeitete. Mareike schnaubte. Wenn er jetzt wieder durch sie hindurch sehen würde, würde sie aufstehen und gehen. Und tatsächlich: Der Kellner drehte sich um, und gab der älteren Dame hinter Mareike ein Zeichen, dass er als nächstes sie bedienen würde. Ärgerlich drehte Mareike sich zu der Dame – die lächelte glücklich. Dann verließ sie mit einem lauten Stuhlquietschen das Kaffee.
Weil ihre Füße, vom vielen umherlaufen noch immer schmerzten, steuert sie eine Parkbank an. Schon fast die Erleichterung spürend, rempelt sie ein in einen dunklen Mantel gehüllter Mann an. Natürlich entschuldigt dieser sich nicht für das Versehen. Mareike zeigt ihm den Vogel, tut den nächsten Schritt und wird vom nächsten Passanten gestreift. Zwei Meter näher an der Bank, dasselbe Spiel: Bloß dass die Frau nach Alkohol und der junge Mann nach Zigaretten gestunken hatte. Sie war das gewohnt. Deswegen mied sie Einkaufsstraßen zur – im wahrsten Sinne des Wortes – „Stoß – Zeit“.
Endlich an der Parkbank angekommen, setzte sich im selben Augenblick eine Gruppe Jungendliche hin. Auch das ertrug Mareike mit einem Seufzer und blieb vor ihnen stehen. Scherzend und Lachend packten sie Jausenbrote und Alkopops aus. Wo eigentlich sie noch Platz gefunden hätte, stand nun ein Rucksack. Keiner von den Kids nahm Notiz von der Frau, die vor ihnen stand und ein zweites Mal tief Seufzte, bevor ein Aktenkoffer ihre Kniekehle traf. „Autsch!“, fluchte Mareike, „pass doch auf, du Arsch!“. Sie humpelte dem Typen, der sie gerade tuschiert hatte ein paar Meter hinterher, eher dieser sich kurz umdrehte, aber nicht stehen blieb. Vielleicht verbitterter als sonst ließ Mareike sich an einer Hauswand entlang zu Boden gleiten. Zischend rieb sie sich das Bein und als der Schmerz nachgelassen hatte, hob sie den Kopf. Der Himmel war blau, nur ein paar Wolken zogen über den Himmel. Es war ein warmer, sonniger Tag - auch wenn der leichte Wind, der ab und an ging, nach Kälte roch. Mareike atmete durch und ließ den Ärger und den Frust, der sich heute in ihr angestaut hatte in den Boden sinken. Schnell zog sie ihren linken Fuß ein, noch bevor dieser von einem Stöckelschuh getroffen wurde.
Mareike wusste um die Blindheit der Menschen. Sie würde sich nicht darüber wundern, wenn sie ein Geist wäre. Sie würde sich auch nicht darüber wundern, wenn sie eine Obdachlose oder eine Aussetzige wäre. Aber sie war ja augenscheinlich nicht anders als die Leute, die sie umgaben. Mareike war hübsch anzusehen, hatte einen Job, hatte einen Freund und eine liebe Familie. War gewaschen und gekämmt – eigentlich gab es keinen logischen Grund warum sie ständig übersehen und vergessen wurde. Doch Mareike musste sich an Tagen wie diesen eine wichtige Sache ins Gedächtnis rufen: Was sie von den Menschen, die auf ihr herum trampelten unterschied war:
Mareike war frei.

10 06/09
16:25

Bericht zur Goblin-Population im westlichen Distrikt

Bei unseren Untersuchungen, der Goblins im westlichen Distrikt haben wir etwas festgestellt. Ihre Population ist zwar stabil (1.738.953), aber die erwartete Steigerung blieb aus (im Vergleich zu den Goblinpopulationen in den anderen Gebieten) . Doch warum?

Dazu folgender Anlassfall: “Gnarf”, Sohn des Goblinkönigs “Gnarf Maximus” wurde zum Tode verurteilt, weil er gegen ein Gesetz verstoßen hat. Zu dem sei gesagt, dass wir deshalb eine steigende Goblinpopulation prognostiziert hatten, weil die besagten Goblins nun selbst erdachte Gesetze haben. “Gnarf” musste deshalb sterben, weil er einen als illegal geltenden Stein in seiner Steintruhe aufbewahrte. Beim Prozess beteuerte Gnarf nicht gewusst zu haben, dass der besagte Stein in seiner Truhe lag!

Wie das kommen konnte?

Dazu muss man folgendes wissen.

Seit Goblins heraufs gefunden haben, dass manche Steine explodieren, gibt es ein Gesetz, wonach explodierende Steine nicht mehr in Steinkisten aufbewart werden dürfen. Zwar werden explodierende Steine bei Goblins dazu verwendet um Tunnel zu errichten und nutzlose Hügel einzuäschern, doch durften diese Steine nur von Goblin-Tunnelbau - Rotten eingesetzt werden. Diese wussten im idealfall ja, was sie damit tun. Doch fand man heraus, dass 10 Goblins im Jahr bei explodierenden Steinkisten ums leben kamen, die nichts mit Goblin-Tunnelbau - Mitarbeitern zu tun hatten. Der letzte Fall, bevor dieses Gesetz eingeführt wurde fand in einer Taverne statt, wo ein Dieb eine Steinkiste entwand und vor der Taverne zur Explosion brachte - das war zu Silvester. Man munkelt, dass der Dieb betrunken war - was mangels zurechnungsfähiger Zeugen unbestätigt blieb.

Zur Kontrolle des Steinkisten - Gesetzes, wurde eine Komission eingeführt, die das Recht hat, jede Steinkiste zu kontrollieren und den Inhalt zu verändern. Das wurde deswegen notwendig, da Prinzessin “Gnara” - Tochter des Königs, sich weigerte, ihre Steinkliste der Steinkisten - Kontroll - Kommission zu zeigen. Um einer öffentlichen Blamage zu entgehen, wurde das Gesetz auf die heutige Fassung geändert.

Im ersten Monat wurden 1000 Steinkisten konfisziert. Davon wurden null explosive Steine gefunden. Zwar  wurde das Gesetz heiß Diskutiert, doch blieb es aufrecht, nachdem der erste explosive Stein in einer vergessenen Steinkiste neben dem Altersheim gefunden wurde (das Altersheim wurde drei Tage später abgerissen um für eine Taverne platz zu machen. Der Leiter des Altersheim hatte dies wegen zu geringer Auslastung (Null im Vergangenen Jahr) beschlossen). Seit dem Vorfall wurden 10.235 auf Grund des Steinkisten-Gesetzes festgenommen und zu Tode verurteilt.

Mit Sorge stellen wir fest, dass die Goblins nun einen neuen Weg gefunden haben, um ihrer Spezies zu dezimieren. Ähnliche Gesetze wie das Steinkisten - Gesetz (das Verbot betrunken Sex zu haben, das Gesetz mit Flüssigkeit in Behältern im Handgepäck in Goblin-Ballons zu steigen, die neue Regelung des Goblin-Straßenverkehrs, der Goblin-Verhaltenkodex “im Falle eines Brandes”, das König “Gnarf-Maximus” Steuern- und Abgabengesetz, die Abschaffung der Goblin-Erbschaftssteuer (ein sog. Goblin-Wahlzuckerl), etc.) führen dazu, dass die Population nicht wie prognostiziert ansteigt.

03 06/09
16:44

DMH

Schon ewig war die schwarze Rabennase damit beschäftigt, von oben - von den Dächern auf das bunte Gewusele in den Gassen zu glotzen. Dennoch hatte sie vieles nicht begriffen: Warum bellen die Menschen sich gegenseitig an? Und dann die Eine Alte mit der roten Nase und dem Einkaufswagerl: Warum tun alle so, als wäre sie ein Baum? Und warum steht die Menschentraube so weit weg von dem Mann mit der Fidel - die da krächzt so schön. Ob ein schillernder Silberling mal am Kofferrand abprallen und weit weg rollen würde?

Lauter bunte Säcke rascheln durch die Gassen. Gebrabbel, gebell, Fidelkrächzen. Der Schatten am Dach bleibt unbemerkt, legt das Kopferl schief und beschließt zu warten. Wie immer, wenn die Welt laut und der Tod nah ist. Aber aufs Einkaufswagerl wird aufgepasst…

Sowas Dummes aber auch…