13 02/10
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Gedanken zum Gefängnisplanet Erde Teil 2

Im Zusammenhang mit der Theorie, der Planet Erde sei ein Gefängnisplanet, hört man auch immer wieder von sich auflösenden Strukturen. Dinge, die unumstößliche imperiale Gebilde sind, sollen zerbröckeln und sich auflösen - so besagt es diese Theorie. Na gut: Imperien zerbrechen. Das tat das römische Reich, Donaumonarchie, und das kommunistische Russland. Meiner Meinung nach nichts ungewöhnliches. Der Weg des Werdens und Vergehen. Aber was, wenn das schon Teil eines Prozesses war? Dieses “Auflösungsprozesses”? Schauen wir uns als weiteres Beispiel allerlei Staatsunternehmen an: Sie wurden in Teilbereiche zersplittert und “privatisiert”. Na gut, auch das könnte man einem natürlichen Prozess zuschreiben: Lobbiisten und ihre Hatz auf den Staat - der ja ach so ungerecht ist. Dazu gibt es übrigens eine eigene Verschwörungstheorie. Ein weiteres Beispiel wäre der “moralische Verfall” hier in Zentraleuropa. Das ist auch irgendwie interessant: Sehr viele Jugend(sub)kulturen und verschiedene Künstler haben versucht an den moralischen Grenzen zu rütteln und althergebrachte Tabus zu brechen. Ist das nicht auch ein “Auflösungsprozess?”. Herrscher, die es nicht mehr auf einem Thron sitzen, Institutionen, die nicht mehr greifbar sind, Werte, die keiner mehr Respektiert… ist das die Befreiung aus unserem “Gefängnis”?

Ich tue mir schwer vorzustellen, das Werte wie ein Handschlag keine Bedeutung mehr haben. Auch tue ich mir schwer vorzustellen, dass die Kinder von heute sich kein Geld für ihren Lebensabend zur Seite legen können. Dann mal jemand daherkommt und die Besitzurkunde meines Grundstücks zerreißt.

Ist das wirklich der “Auflösungsprozess”, oder jene Verschwörungstheorie die den Wirtschaftsbossen unterstellt, die Staaten der Welt zu vernichten um grenzenlose Geschäfte zu machen?

Gut, angeblich liegt das System “Geld” in den letzten Atemzügen - ja, auch das Geld soll sich angeblich auflösen. Vielleicht scheitern die Wirtschaftsbosse und alles, was sie nun tun ist ihr letztes großes Aufbäumen vor dem Tod. Wollen wir es hoffen! Denn Eines der meiner Meinung nach unnötigsten Systeme des Planten das Geldsystem.

Vielleicht ist es eine Einstellungssache, was einem Angst vor dem “Auflösen” macht. Ich könnte ohne Geld leben, aber ohne meine Kartoffelacker nicht. Vielleicht kann der Wirtschaftsboss ohne Kartoffelacker leben, aber nicht ohne sein Geld. Und vielleicht kann die Großmutter ohne Monarchen, aber nicht ohne ihren “Konsum”-Markt leben.

Ich glaube, wir alle hätten etwas zu verlieren und das mag uns Angst machen. Sicherheit ist ebenso ein elementares Gefühl wie Angst. Aber so lange es keine Hoffnung gibt, wird die Angst obsiegen. Die Frage ist nur auf was man Hoffen soll, wenn wir uns doch so sicher fühlen, mit all unserem Systemen und Gewohnheiten. Aber vielleicht löst sich diese Frage genauso auf, wie die Frage, was ich nach dem “Aufstieg” für meine Kartoffel erhalten werde…