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03/10
22:47
Vom schwarzen Schaf
Schon seit jeher wird dort, wo informiert wird, auch desinformiert. In unserem Informationszeitalter nimmt das meiner Meinung nach interessante Formen an. Das “meiner Meinung nach”, verwende ich an dieser Stelle nicht ohne Grund.
Das schwarze Schaf ist kein Sündenbock. Es ist eher ein Leithammel, der wie ein Fisch gegen des Strom schwimmt. Wer sich jetzt fragend am Kopf kratzt befindet sich dort, wo ich behaupte, dass der Hase im Pfeffer liegt. Information und Desinformation prallen aufeinander.
Sehen wir uns ein beängstigendes Beispiel näher an. Dass unsere Polkappen abschmelzen und Eisberge von unübersehbaren Ausmaßen durch die Meere treiben, ist eine Tatsache. Aber auch, dass wir uns am Ende einer Eiszeit befinden. Dass dies als Argument verwendet wird um von Klima-Erwärmungs-Schwindel zu sprechen, finde ich beachtenswert. Niemand wird bestreiten, dass es klug ist Ressourcen sparsam zu verwenden (ausgenommen davon, ist die Verwendung zur Gewinnmaximierung). Ressourcen - schonen ist Klimaschutz.
Verzicht ist somit auch Klimaschutz - aber Verzicht ist unbequem. Außerdem schmälert es Umsätze. Das alles sind einfach nachvollziehbare Tatsachen. Verzicht geschieht freiwillig, Menschen sind ja - wenn nicht auf Gewinnmaximierung bedacht - einsichtig. Spannend wird es dann, wenn versucht wird, durch politische Maßnahmen Verzicht zu erzwingen. Als Beispiele seien besonders Pendler erwähnt, die mit dem Auto zur Arbeit fahren müssen, weil öffentliche Verkehrsmittel für die Gewinnmaximierung eingespart wurden. Die müssen CO² Pickerl kaufen, und besonders viel Mineralölsteuer zahlen. Die verstehen keinen Spaß, wenn es um Verzicht geht. Erst recht dann, wenn sie sehen, wie ihr Arbeitgeber - ein Industriebetrieb - Tonnen von CO² in die Luft bläst und genervt mit Abwanderung in den billigen Osten droht, wenn er von der Politik gezwungen wird, in teure Technik investieren um Klimaschutz-Grenzwerte einzuhalten.
Dass an dieser Stelle der Volksnerv behauptet, es gäbe keinen Klimawandel ist somit erklärbar. Dennoch bleiben brennende Regenwälder, verseuchte Flüsse, Wetterkapriolen und verzweifelte Eisbären eine Tatsache. Unterstützt wird die Klimalüge von Wissenschaftlern, die sich - man darf es ihnen eigentlich nicht übel nehmen - mit gezinkten Werten versuchen Gehör zu finden. Es gibt genug andere Wissenschaftler, die gemäßigt korrekte Zahlen liefern. Stutzig werde ich dann, wenn genau vorm Klimagipfel in Kopenhagen Hacker angeblich einen Emailverkehr finden, der besagt, dass alle Werte gelogen seien.
Die Geschichte erinnert mich stark an die Präsentation eines überteuerten, aber schicken Elektrogerätes, das von seinem Erfinder selbst präsentiert wurde. Hunderte von Bloggern waren vor der Prämiere schwer damit beschäftigt, in der Gerüchteküche zu kochen. Selbst in den “alten Medien” wurden diese Vorgänge kommentiert. Seit dem gilt der Erfinder des “Apfels” als ein Meister der Informationskunst. Oder soll ich sagen… Desinformationskunst? Denn eigentlich hätte der Erfinder ohne weiteres ganz etwas anderes Präsentieren können, und somit das gesamte WWW gegen die Wand fahren lassen können.
Aber Nein, könnte er nicht! Denn eines hat die Präsentation des Elektrogerätes mit dem Klimawandel gemeinsam: Die schwarzen Schafe.
Die schwarzen Schafe des Großkonzerns, dessen Erfinder seine Errungenschaften selbst präsentiert sind es, welche die Kunde in die große weite Welt tragen. So ein paar Schafe zu füttern ist scheinbar weit günstiger als große Werbekampagnen die in bunten Wirrwarr des Informationszeitalters unter gehen. Mittlerweile bieten sogar schon Kaffeegetränkehersteller einen Button an, der seinen Werbeinhalt mit Facebook teilt. Beim Begriff Social-Network-Marketing wird mir bereits übel. Jaja, Dinge, die unseren Alltag versüßen, sind nun auch Bestandteil unseres virtuellen Netzwerkes geworden. Nun weiß meine Buddy nicht nur, wann mir langweilig ist, sondern auch, welches Duschgel ich dabei benutze… man könnte darüber diskutieren, ob es nicht reichen würde, dass der Duschgelhersteller einfach mein Surfverhalten und mein Haushaltseinkommen kennt. Aber Werbung hat schon immer genervt… warum sollte sie damit aufhören.
Was hat das nun alles mit schwarzen Schafen und dem Klimawandel zu tun? Nein, erst zurück zu Facebook und anderen sozialen Netzwerken, die unsere Zeit stehlen. Warum Marketing-Manager sich auf diese Netzwerke stürzen, hat einen Grund: Sie funktionieren! Und sie sind ehrlich. Doch nun kommt der räbische Zynikus: Sie sind ehrlich, solange es keine schwarzen Schafe gibt, die gezielt in eine Richtung zu steuern versuchen. Sie funktionieren, bis sämtliche Arbeitgeber den Zugang für ihre Mitarbeiter zu sämtlichen sozialen Netzwerke sperren.
Desinformation, bzw. die Kontrolle über Informationsflüsse wird immer wichtiger. So gibt es Gerüchte, die behaupten, Facebook gehöre der CIA. Warum wird das behauptet? Oder: Warum kursieren immer wieder Erfolgsstorys von Gruppierungen innerhalb sozialer Netzwerke in den “alten Medien”? Warum hört man immer wieder von Produkten, die nicht in Serie gingen, weil sie im Web 2.0 zerrissen wurden?
Fakt ist: Je stärker versucht wird, diese Netzwerke zu steuern, desto wichtiger wird es, das Schaf genau zu betrachten, das diesen Mist von sich gibt. In den sozialen Netzwerken wird man recht schnell feststellen, dass ein Schaf selten alleine “blökt”, und wie es unter Wiederkäuern oft so ist, oft auch den selben Mist. Aber, das ist unbequem. Und sich alleine das saftigste Gras zu suchen, ist oft mühsam. Und das wissen die Herren in den Chefetagen. Die mach(t)en die Menschen doch zu Schafen (siehe “Gefängnisplanet Erde”). Und die wissen auch, dass Schafe immer wissen, wo es das beste Gras für sie gibt.
Also folgere ich mal: Wenn wir unseren Planet retten wollen, verhaltet Euch nicht wie Schafe.
Wobei, ich mag Schafe