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05/10
15:27
Wenn einem Goblin langweilig ist…
So ein Stall voller Hennen ist beschaulich.
Es wird gegackert, gescharrt und gepickt. Ehrwürdig durchschreitet der Gockel das Gehege. Ein Goblin beobachtete das und fand es langweilig. Zu geruhsam, zu gemütlich und überhaupt zu unspektakulär.
Kreativ, wie Goblins nunmal sind, erzählte er einer Henne, die da gerade des Weges kam, dass des Nachts der Fuchs vorbei kommen würde um eine ihrer Mithennen zu holen.
Die Henne denkt sich nichts weiter dabei. In ihrem Gehege ist sie sicher. Da kommt keiner rein, und halt auch keiner raus. Das weiß die Henne mit Sicherheit. Der lustige Goblin wird zum Gespräch unter den Hennen und jeder amüsiert sich. Der Goblin bemerkt: Es tut sich schon was… es ist nicht mehr ganz so still.
Nächsten Tag erzählt er einer anderen Henne, er habe eben einen Bussard gesehen, der würde sicher kommen, um eine ihrer Mithennen zu holen. Die Henne weiß, in ihrem Stall ist sie sicher. Der Hahn würde sie sicher warnen, wenn da ein Bussard daher käme. Der lustige Goblin wird zum Gesprächer unter den Hennen und jeder amüsiert sich. Dem Hahn gefällt die vermerte Aufmerksamkeit seiner Hennen - stolz stolziert er durch den Stall. Immer wieder wirft er einen abschätzenden Blick in den Himmel. Der Goblin bemerkt: Es hat sich wieder etwas getan. Auch beim stolzen Hahn.
Nächsten Tag erzählt er dem Hahn, dass eine der Hennen im Nachbarsstall die Vogelgrippe habe. Es könnte leicht sein, dass der Wind den Virus hier her wehe. Da wird der Hahn böse und peckt den Goblin in die Hand: Der Hahn weiß, der nächste Stall ist viel zu weit weg. Niemals könne der Wind etwas hier her wehen. Der Goblin ist dumm. Die Hennen und der Hahn amüsieren sich köstlich. Trotzdem gehen sie lieber nach drinnen um dort weiter zu gackern. Und der Goblin bemerkt: Es hat sich schon mehr getan.
Am nächsten Tag ist wieder alles wie gewohnt. Die Sonne scheint, der Hahn stolziert, die Hennen scharren. Der Goblin ruft den Hahn zu sich. Mit besorgtem Gesicht teilt er ihm mit, dass alle Hennen im Nachbarhof geschlachtet werden mussten. Die Menschen haben von der Vogelgrippe Angst bekommen und treffen nun eine Vorsichtsmaßnahme, bei der alles Geflügel getötet und verbrannt wird. Der Hahn schaut entsetzt. So früh will er nicht sterben und das was der Goblin sagt, muss doch stimmen - er kann ja schließlich zum Nachbarshof gehen und nachsehen. Und warum sollte er lügen?
Panisch wirbelt der Hahn herum und versucht seine Hennen in Sicherheit zu bringen. Doch wohlin? In den Stall? Ins Gehege? Auf die Nester? Überall könnte der Mensch hinkommen! Sie finden!! Sie umbringen!!!
Der Goblin bemerkt: Jetzt geht es rund! Gemütlich setzt er sich vor den Stall und beobachtet das hektische Treiben!